halle-neustadt.info

Sie benötigen einen SVG-fähigen Browser!
Skip to: site navigation/presentation

Informationen

: Wir hatten für Delta nicht einmal eine Bauerlaubnis

Bisher keine Wertungen

Veröffentlicht am Freitag 16 Juli 2004 17:39:46 von pawel
news.gifHalle/MZ.
Bild aus dem Passendorfer Schlösschen Diesen Publikumsansturm hatte das Passendorfer Schlösschen schon lange nicht mehr erlebt. Am Mittwochabend gab es keinen einzigen freien Stuhl mehr, viele Gäste nahmen mit Stehplätzen vorlieb - für den Dokumentarfilm aus dem Jahr 1968 "Heiner Hinrichs - Protokoll eines Charakters". Der Protagonist saß in der ersten Reihe und hinter ihm viele seiner einstigen Kollegen. Bauleute, die in Halle-Neustadt Kindergärten, Schwimmhalle, Gaststätten und Sporthalle wachsen ließen.Die Stille im Saal war nicht nur der mit den Jahren schlechter gewordenen Tonqualität geschuldet. Die Männer vom Bau erkannten sich und durchlebten so manche Szene noch einmal. Anerkennende Pfiffe, als Hinrichs sein morgendliches kaltes Bad nahm und kurze Zeit später einem besonders übereifrigen, aber für den Bau und seine Probleme nicht sonderlich qualifizierten Funktionär der Staatlichen Bauaufsicht in die Parade fuhr: "Staatsplantermin hin oder her. Ich kann Termine nur halten, wenn ich Material habe. Und für die Delta-Kindergärten habe ich nicht einmal eine Baugenehmigung", donnerte der Oberbauleiter. Oder: "Zieht mir nicht die fähigsten Leute ab, in dem ihr ihnen mehr Geld für leichtere Arbeit gebt."
Solche Szenen halfen den Zuschauern über die platte Agitation der 60er Jahre hinweg. Was bleibt, ist der Eindruck: Leute wie Hinrichs gab es auch. Die meinten wirklich, was sie sagten. Kräftiger Beifall, als das Licht wieder anging. Der Plauderer Hinrichs stellte seine Kollegen Lothar Kitschmann, Helmut Schedokat und Werner Kuhlo vor.

Fragen aus dem Publikum nach den HP-Schalen, den freitragenden Dachelementen, die Herbert Müller entwickelt und Heiner Hinrichs verbaut hatte. Müller brachte diese Weltneuheit von 1968 den Spitznamen "Schalen-Müller" ein. Hinrichs Kommentar: "Das war der Sieg der Mathematik am Bau."

Haben Sie nicht auch in Bad Frankenhausen das Panorama-Haus für Tübkes Gemälde vom Bauernkrieg gebaut? Hinrichs rieb sich die Stirn: "Klar haben wir. Und wie soll ich sagen, wir hatten es trotz zweier Kräne mit einem sehr labilen Montagezustand zu tun." Und im Publikum war zu hören: Hinrichs war der Schöpfer des Namens "Elefantenklo" für den Rundbau.

Mario Platzek, 22 Jahre alt, Architekturstudent im dritten Semester und in Halle-Neustadt aufgewachsen, saß noch auf seinem Stuhl, als die meisten schon aufbrachen. "In einer Vorlesung habe ich den Namen Hinrichs gehört, wegen der runden Kindergärten. Ihn so zu erleben, das ist einfach cool."

Lesen Sie den Originalartikel von Kornelia Privenau: Bitte hier klicken!