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Projekte

: Arbeitskreis sägt am Turm

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Veröffentlicht am Freitag 27 August 2004 08:46:14 von pawel
news.gifPlastik und Kletter-Paradies: Am Bruchsee (rechts unten im Bild ist das Steilufer zu sehen) soll der Kristallturm entstehen Halle/MZ.
Um den geplanten Kletterturm am Bruchsee in Halle-Neustadt ist ein Streit zwischen Bergsteigern und Umweltschützern entbrannt. "Wir lehnen dieses Projekt ab", sagte Heiko Matuszczak vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder (Aha). Der Verein kritisiert, dass der Turm in einem Schutzgebiet errichtet werden soll. Gleichzeitig präsentierte der Aha einen eigenen Gestaltungsvorschlag für das Bruchsee-Gelände, um Risiken für Flora und Fauna zu vermeiden.

"Die Errichtung des Turms verstößt gegen das Naturschutzgesetz", so Matuszczak. Ihm zufolge gilt das See-Gelände als "Flächenhaftes Naturdenkmal". "Laut Gesetz ist jeglicher Schaden von einem Flächenhaften Naturdenkmal abzuwenden." Der Aha befürchtet, dass der Kletterturm zu einem großen Zulauf führen und auch die Ansiedlung einer Gastronomie nach sich ziehen könnte. "Wir haben den Kletterern angeboten, bei der Suche nach einem anderen Standort zu helfen. Doch sie haben nicht reagiert", sagt Matuszczak und fährt schon mal Geschütze auf: "Wir behalten uns rechtliche Schritte gegen das Projekt vor."

Die Kletterturm-Idee stammt von der IG Klettern Halle / Löbejün. Das 25 Meter hohe Bauwerk soll Anfang 2005 aus Betonresten abgerissener Plattenbauten errichtet und die Kosten in Höhe von rund 300 000 Euro aus städtischen und Spendengeldern finanziert werden. Gestalterisch ist der Turm einem Salzkristall nachempfunden - deshalb der Name "Kristallturm".

Laut dem IG-Vorsitzenden, Gerald Krug, wollen später unter anderem Bergsteiger seines Vereins, des halleschen Alpen- sowie des Unisportvereins am Turm üben. Die Kritik des Aha weist Krug zurück. "Der Turm liegt außerhalb des geschützten Bereichs." Zudem hätten auch die Umweltschützer Gespräche bisher abgelehnt.

"Die Belange des Naturschutzes werden nicht verletzt", sagt auch Klaus Pankow vom städtischen Presseamt. Neben dem Kletterturm plant die Stadt, das Bruchsee-Areal als attraktive Grünfläche für die Neustädter zu gestalten. Dazu sollen steile und somit gefährliche Uferbereiche abgeflacht werden.

Der Aha dagegen will den Bruchsee (auch Graebsee) als Lebens- und Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere erhalten und die Zugangsmöglichkeiten begrenzen. Sein Konzept, das der Stadt übergeben werden soll, sieht unter anderem vor, das Abflachen des Ufers zu beenden und stattdessen den See-Rundweg zu verlagern. So könne die Absturzgefahr gebannt werden. Zudem sollten Hinweisschilder den Besuchern die Schutzwürdigkeit des Areals erläutern sowie Aussichtspunkte angelegt werden.

Lesen Sie den originalen Artikel von Michael Tempel auf mz-web.de.