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: IBA-Stadtumbau

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Veröffentlicht am Mittwoch 22 September 2004 19:44:53 von quartiersmanagement
scripting.gifEine Ausstellung in ganz Sachsen-Anhalt mit Bedeutung auch für Halle und Halle-Neustadt

Foto eine beleuchten Strasse in einer StadtDas sich in Halle-Neustadt etwas verändert erleben wir täglich:

Grünflächen werden neu gestaltet, Gebäude werden abgerissen, Läden stehen auf einmal leer und kein neuer Einzelhändler mietet den Laden an, Nachbarn ziehen weg und auch man selbst zieht um, aus einem unsanierten in ein saniertes Wohngebäude, auf einer freigewordenen Fläche entsteht eine neue Nutzung.

Halle-Neustadt wird umgebaut und zurückgebaut, wie es so schön heißt und wir erfahren es hautnah, sind mitten drin.
Solch eine Situation finden wir nicht nur in Halle-Neustadt, sondern in ganz Halle und über Halle hinaus auch an anderen Orten in Sachsen-Anhalt. Für alle Orte geht es darum den Umbruch zu meistern, der aus dem industriellen Strukturwandel in Verbindung mit dem Zusammenbruch der DDR resultiert. Der gesamte Prozess der Umgestaltung und Anpassung der Orte an die sich verändernde Bevölkerungsentwicklung, die Bedingungen der Produktion und der ökonomischen Entwicklung, der in der stadtplanerischen Fachsprache mit dem Begriff „Stadtumbau“ beschrieben wird, bildet das Objekt (die Objekte) einer Ausstellung mit dem Titel „Internationale Bauausstellung Stadtumbau Sachsen Anhalt“ kurz „IBA Stadtumbau“.
Die „IBA-Stadtumbau“ begann im März 2002 in Dessau und dauert bis 2010. Sie ist keine Ausstellung im herkömmlichen Sinne, den Besucher erwarten dort keine Bilder wie in einem Museum und keine Schautafeln wie in einer Messehalle. Die Objekte einer IBA sind oder werden gebaute Wirklichkeit. Betreut wird die Ausstellung durch das IBA-Büro im Bauhaus Dessau und die Landesentwicklungsgesellschaft Sachsen-Anhalt (SALEG).

Insgesamt nehmen 14 Städte an der IBA teil. Im Sinne der Entwicklung zukunftsfähiger, identitätsstiftender Profile behandelt jede Stadt ein grundlegendes Thema des Stadtumbaus von übergreifender Bedeutung . Die Themen und Projekte befassen sich aber nicht nur mit städtebaulichen und architektonischen Umgestaltungen; sie sollen sich auch durch neue Formen der Finanzierung von Projekten, durch neue Ansätze in der Planungskultur und in der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern auszeichnen. Auch ein künstlerisches Vorhaben zum Thema Stadtumbau und Schrumpfung kann ein IBA-Projekt sein.

Halle hat sich mit dem Thema „Balanceakt Doppelstadt“ als IBA-Stadt beworben. Die historische Altstadt und das als eigenständige Stadt gegründete Halle-Neustadt, verbunden durch die „Balancestange“ der Magistrale und getrennt durch diverse Bruchstellen (z.B. die Saale und die sie umgebende Auenlandschaft) prägen den Charakter von Halle als Doppelstadt. Halle ist hier kein Einzelfall es gibt andere Städte wie Ulm, Genua oder Bratislava, die sich auch durch diese besondere Qualität auszeichnen.

Zu dem Thema „Balanceakt Doppelstadt“ gibt es zwei Betrachtungsebenen, die die Entwicklung der Balance in unterschiedlicher Weise begreifen. Die beiden Ebenen bergen verschiedene Sichtweisen auf die Stadt in sich und definieren unterschiedliche Entwicklungsschwerpunkte für die Stadtentwicklung im Rahmen des Stadtumbaus.

Die erste Betrachtungsebene sieht die „Balance in der Verknüpfung“, dabei wird die Magistrale als verknüpfendes Element betrachtet, mit dem Ziel entlang dieser Verbindungsstraße von Altstadt und Neustadt Orte zu definieren, die die Gesamtheit von Altstadt – Magistrale – Neustadt stabilisieren. Zum Teil existieren diese Orte und sind heute schon von Bedeutung in der Stadt (z.B. der Franckeplatz mit den Frankeschen Stiftungen), darüber hinaus könnten diese Orte sich in den Jahren bis 2010 durch Initiierung von Projekten entwickeln, die sich durch eine besondere Architektur, durch eine besondere Gestaltung oder eine besondere Nutzung auszeichnen. Diese Orte bilden dann den Kitt zwischen den Bruchstellen der „Balancestange“, verknüpfen Altstadt und Neustadt und bilden das neue Profil der Gesamtstadt nach Beendigung des Stadtumbaus.

Die zweite Betrachtungsebene sieht die „Balance im Nebeneinander“, dabei liegt der Entwicklungsschwerpunkt im Rahmen des Stadtumbaus in Halle-Neustadt, mit dem Ziel die Besonderheiten von Neustadt auf unterschiedliche Weise für die Bewohner und ganz wichtig für die Besucher von Halle erlebbar zu machen. Zur Umsetzung dieses Ziels müssten die folgenden Themenfelder in Projekte umgesetzt werden: Auseinandersetzung mit der Geschichte Halle-Neustadts – Halle-Neustadt als sozialistische Utopie, Halle-Neustadt als Attraktion – Umgestaltung von Orten und Gebäuden für Spiel, Spaß und Vergnügen und als drittes Themenfeld Halle-Neustadt als Innovationszentrum und Urbanes Laboratorium – Erprobung von neuen Ansätzen in Architektur und Städtebau im Zusammenhang mit dem Umbau der Stadt.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es noch keine endgültige Entscheidung darüber welche der beiden Betrachtungsebenen den Prozess des Stadtumbaus in maßgeblich Halle leiten soll, am Ende wird es vielleicht eine Mischung aus beiden Ebenen sein.

Mehr zu diesem Thema und welche Potenziale die anderen Städte im Rahmen ihres Stadtumbaus aktivieren wollen, können Sie auf der Internetseite der IBA unter www.iba-stadtumbau.de erfahren.