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: S-Bahn-Vision: Von Markkleeberg bis Halle-Neustadt
Leipzig/lvz Gute Aussichten für die S-Bahn Leipzig-Halle: Nach der für 2009 geplanten Inbetriebnahme des City-Tunnels sollen die Verkehrsnetze der beiden Großstädte verknüpft werden. "Die Vision ist eine durchgehende S-Bahn von Markkleeberg bis Halle-Neustadt", sagte Bahnsprecher Jörg Bönisch gestern der Leipziger Volkszeitung.
100 Tage nach Eröffnung der S-Bahn, die bisher zwischen den Hauptbahnhöfen Leipzig und Halle rollt, fällt die Bilanz positiv aus. Während die zuvor verkehrenden Regionalzüge täglich 5300 Passagiere beförderten, sind es nun 5600 - bei steigender Tendenz. "Bis Jahresende wollen wir die Marke 6000 knacken", so Bönisch. Zwar hat sich trotz der 239-Millionen-Euro-Investition die Reisezeit - rund 37 Minuten - gegenüber den bisherigen Zügen kaum verkürzt, aber sechs neue Haltepunkte bieten zusätzliche Einstiegsmöglichkeiten.
Nach Fertigstellung des Leipziger City-Tunnels wird ein durchgehender Verkehr zwischen Markkleeberg über die Hauptbahnhöfe Leipzig und Halle bis in die Plattenbaugebiete Silberhöhe und Halle-Neustadt möglich. Ziel sei es dann, so Bönisch, die Zugfolge von derzeit 30 Minuten in den Hauptverkehrszeiten auf 20 Minuten zu verdichten. "Für die Verbindung bis Halle-Neustadt fehlt aber noch ein elektronisches Stellwerk in Halle", sagte Sachsen-Anhalts Bahnchef Thomas Hoffman der LVZ. Wegen finanzieller Schwierigkeiten sei die Fertigstellung unsicher. "Man spricht jetzt von 2009/2010", erklärte Hoffmann vage.
Einen Attraktivitätsgewinn erhofft sich die S-Bahn ab Juni durch neue Doppelstockwagen. Die zwölf Waggons im Wert von rund 15 Millionen Euro sind klimatisiert, bieten mehr Beinfreiheit und bessere Sicht.
Insgesamt gibt es zwischen Leipzig und Halle täglich mehr als 9000 Zug-Pendler: Neben den S-Bahn-Kunden sind dies rund 3000 Fahrgäste im Flughafenexpress. Seit der S-Bahn-Eröffnung blieb deren Zahl stabil, ebenso die der etwa 700 Intercity-Reisenden.
Auf lange Sicht, so Bönisch, werden für die S-Bahn Leipzig-Halle etwa 8000 Kunden pro Tag angestrebt. Ein Ziel, das weit hinter Schätzungen der 90er Jahre zurückbleibt. Zu Beginn der Planungen für die Trasse war von täglich 35 000 Passagieren die Rede.
Lesen Sie den Originalartikel in der Leipziger Volkszeitung.
