Viertel im Südpark zieht Investoren an
Halle/MZ. Ginge es nach den Stadtplanern, würde ein beträchtlicher Teil der Wohnblöcke im Südpark-Viertel von Halle-Neustadt abgerissen werden. Hoher Leerstand, Rückgang der Einwohnerzahlen und damit sinkende Attraktivität lauten die Begründungen. Doch einige Hauseigentümer denken ganz anders: "Wir sehen den Südpark langfristig als Investitionsstandort und attraktive Wohngegend", sagt Kay-Uwe Müller von der in Halle ansässigen Köppe-Gruppe. Das Tochterunternehmen WS Wohnen + Service GmbH hat drei Wohnblöcke in dem Viertel gekauft und will sie nach und nach für 3,5 Millionen Euro modernisieren.
Drei Objekte mit je 84 Wohnungen (Offenbachstraße 21, Mendelssohn-Bartholdy-Straße 19, Praetoriusstraße 1) sind nun WS-Besitz. Erworben wurden sie aus dem früheren Bestand der insolventen Firma Schulze & Partner. Zu einem weiteren Block Am Kirchteich würden Kauf-Verhandlungen laufen. "Die Lage spricht für sich", meint Müller. Die Mieter wohnten stadtnah und mit Blick auf den Südpark zeitgleich im Grünen.
Laut Müller zu 90 Prozent vermietet, sollen die Blöcke umfassend modernisiert und saniert werden. "Da werden zum Beispiel Außenfahrstühle angebracht." Das sei vor allem für ältere Menschen von Interesse. Die WS hat gerade allein stehende alte und junge Leute im Blick, denn die Quartiere seien meist Ein- und Zweiraumwohnungen. Müller: "Im Jahr 2015 werden mehr als die Hälfte der Haushalte Single-Haushalte sein."
Neben WS denkt auch die Halle-Neustädter Wohnungsgenossenschaft überhaupt nicht an Abriss. Im Südpark bewirtschaftet die Genossenschaft rund 20 Prozent ihrer insgesamt 3 700 Wohnungen. "Wir wollen den Standort halten", sagt Marketing- und Wohnbörsenleiter Wolfgang Möhner und kündigt Instandhaltungs-Maßnahmen in den Südparkblocks an. Die Stadt würde dagegen in weiten Teilen der Neustadt am liebsten Abrissbirnen pendeln sehen. Laut einem 2001 beschlossenen Neuordnungskonzept seien rund 2 000 Wohnungen überflüssig - darunter zahlreiche im Südpark. Doch ohne Zustimmung der Eigentümer kein Abriss. Gegen das Konzept sind einige Vermieter sogar vor Gericht gezogen.
Die Köppe-Gruppe und die Neustädter Wohnungsgenossenschaft wollen also lieber am Südpark investieren und das weitersagen. Beim Südpark-Bürgerfest vom 3. bis 5. Juni werden beide Unternehmen an einem Infostand ihre Pläne vorstellen.
"Aus diesem Anlass wollen wir zu einem Gestaltungs-Wettbewerb aufrufen", so Müller. Gesucht werde die schönste Fassade Neustadts. Fotos oder Anschriften von Häusern mit ansprechender Fassaden-Gestaltung können bis zum Bürgerfest per E-Mail eingesandt oder am 3. und 4. Juni am Infostand persönlich abgegeben werden. Unter jenen, die die meistgenannte Fassade vorschlagen, werden auf dem Fest die Gewinner ausgelost. Das Ergebnis soll bei der Sanierung der WS-Blöcke berücksichtigt werden.
Die E-Mail-Adresse lautet:
Schoene.Fassade@his-halle.de
Lesen Sie den Originalartikel von von MZ Redakteur Michael Tempel

