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Marseille-Prozess unterbrochen

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Veröffentlicht am Samstag 18 Juni 2005 18:57:55 von pawel
news.gifUlrich MarseilleDer Prozess gegen den Hamburger Unternehmer Ulrich Marseille ist bereits zum Auftakt unterbrochen worden. Die Verteidigung stellte vor dem Amtsgericht Halle-Saalkreis einen Befangenheitsantrag gegen die Richterin Ina Westerhoff. Nach Ansicht des Anwalts von Marseille hat sich die Richterin parteiisch verhalten, als er seine Argumente auf Einstellung des Verfahrens vorgetragen habe. Darüber muss nun ein anderer Richter entscheiden. Für die Fortsetzung des Prozesses gibt es noch keinen Termin.

Marseille ist angeklagt, im Juni 2000 während eines Verfahrens vor dem Oberlandesgericht Naumburg (OLG) einen Zeugen entweder selbst oder durch einen Unbekannten mit zwei Briefen bedroht zu haben. In dem Rechtsstreit ging es um den Verkauf von 2.700 Plattenbau-Wohnungen nach der Wende an Marseille in Halle-Neustadt. Der Unternehmer fühlte sich in dem Geschäft getäuscht und verlangte umgerechnet 64,9 Millionen Euro von dem Wohnungsunternehmen zurück.

Nach Ansicht der Verteidigung ist der Prozess in Halle unfair. Die Ermittlungen gegen Marseille zum Vorwurf der Zeugenbedrohung seien bereits im Jahr 2001 eingestellt worden. Es fehlten weiterhin Beweise. Staatsanwalt Ralf Leifermann wies die Vorwürfe zurück. Die Ermittlungen seien nach rechtsstaatlichen Grundsätzen wieder aufgenommen worden.

Marseille ist Prozesserfahren
Gegen Marseille wird in anderen Zusammenhängen wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit und Bilanzfälschung ermittelt. Der vor allem als Klinik-Betreiber bekannte Unternehmer war 2002 auch wegen seines politischen Engagements bekannt geworden. Er kandidierte zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt als Spitzenkandidat der damaligen Schill-Partei.

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