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Nächstjährige Kommunalwahl auch für Kinder möglich ?

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Veröffentlicht am Donnerstag 06 November 2003 16:08:59 von pawel
Dieser Artikel wurde von Anonymous mitgeteilt
jugend.jpgIhnen die Wahl lassen

Überlegungen zu einer U16 – Wahl in Halle anlässlich der Kommunalwahlen 2004

Gäbe es einen besseren Innen- und Sozialminister als Pippi Langstrumpf, die Räuber und Polizisten gleichermaßen in Schach hält, Immobilienhaien den Kampf ansagt, dafür aber Goldstücke an mittellose Kinder verteilt? Und wo gibt es eine Außenministerin vom Format einer Ronja Räubertochter, die, unbewandert im allgemeinen Diplomatenchinesisch, die Waffen mit einem drastischen "Scher dich zum Donnerdrummel" zum Schweigen bringt?

Das KINDERBÜRO DER STADT HALLE und die BEGEGNUNGSSTÄTTE „DORNRÖSCHEN“ planen, die nächstjährige Kommunalwahl der Stadt Halle / Saale auch Kindern und Jugendlichen unserer Stadt, die unter 16 sind, zu ermöglichen!
Obwohl die Wahlergebnisse keinen Einfluss auf die Zusammensetzung des Stadtrates haben werden, wollen wir, als Initiatoren der Kinder- und Jugendwahl "U16", mit dieser Aktion auf den politischen Beteiligungswillen von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen.
Sie würden uns gern unterstützen? Wir sind telefonisch unter0345/8059982 zu erreichen, Ansprechpartner Herr Wieders', 'Kinder verstehen viel von Politik: Humanität, Toleranz, Kreativität, Sensibilität, Fairness u. a. sind wichtige konstruktive Eigenschaften für die Politik. Von diesen gesellschaftlichen Basisfaktoren verstehen Kinder eine Menge, und es ist so, dass Erwachsene über dieses politische Wissen viel von ihnen lernen können. Von den tagespolitischen Fragen versteht der eine mehr, der andere weniger – so, wie das bei den Erwachsenen auch ist.

Kinder und Jugendliche lernen einen Teil ihrer Partizipationsmöglichkeiten kennen, setzen sich mit politischen Fragen auseinander und mischen sich aktiv ein. Politik wird erfahrbar.

Die Bereitschaft zur politischen Teilhabe braucht nicht erst im Erwachsenenalter geweckt zu werden. Viele Kinder und Jugendliche möchten mitreden können, wenn es um ihre Belange geht. Gelegenheiten dafür zu schaffen, bedeutet eine Chance für alle.

Kinder und Jugendliche an der Kommunalwahl teilnehmen zu lassen, ist eine solche Chance.
Schirmherrin könnte unsere OBERBÜRGERMEISTERIN FRAU HÄUSSLER werden.

Es werden in den Wochen vor der Wahl mehrere Wahlveranstaltungen für Kinder und Jugendliche stattfinden, zu denen Politiker der verschiedenen Parteien eingeladen werden, um ihr Wahlprogramm vorzustellen.

- Die Wahlzettel sollen den Echten ähneln.
- Die Urnen, die im Vorfeld von Kindern und Jugendlichen selbst gestaltet werden, sollen in Schulen, Schulclubs und Freizeiteinrichtungen aufgestellt werden.
- Die schönste Wahlurne wird auf der/den abschließenden Wahlparty/s prämiert.
- Die Wahllokale ähneln örtlich den Wahllokalen zur Kommunalwahl.
- Außerdem gibt es mehrere mobile Wahllokale, die, vorher bestimmte, Routen laufen und dabei insbesondere bekannte Treffpunkte von Kindern und Jugendlichen aufsuchen.
- Jedes Wahllokal benennt einen Wahlleiter/in.
- Es muss die Möglichkeit bestehen, geheim zu wählen.
- Wahlberechtigt ist Jede/Jeder, der/die unter 16 Jahren alt ist.

Jedes Wahllokal soll mindestens folgende Informationen für die Wähler/innen bereithalten:

- diverse Wahlprogramme
- jugendgerechte Wahlprogramme (werden bei den Parteien angefordert).
- Vergleichbare Auszüge der Wahlprogramme.

An einem, noch zu bestimmenden Termin (z.B. eine Woche vor dem eigentlichen Wahltag), wollen wir dieser Altersgruppe die Möglichkeit geben, ihre Stimme abzugeben.
Auf der/den abschließenden Wahlparty/s werden die Wahlergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Die Wahlergebnisse werden kontrolliert und unabhängig ausgezählt und ausgewertet.
Währenddessen und im Anschluss daran diskutieren jugendliche Wähler/innen mit eingeladenen Politiker/innen und der Presse über die Ergebnisse.

Wichtig ist den Initiatoren und jugendlichen Teilnehmern nicht in erster Linie ein Wahlergebnis, sondern der Prozess der aktivierenden Auseinandersetzung mit politischen Themen.
Durch die intensive Bearbeitung des Themas in Schulen und in Freizeiteinrichtungen, lernen Kinder und Jugendliche demokratische Abläufe und Verhaltensweisen kennen und erwerben soziale Kompetenzen. Politisch verantwortliche Erwachsene erfahren mehr über die Bedürfnisse und Interessen der jungen Mitbürger(innen).

Beteiligung lässt Kinder und Jugendliche Mitbestimmung und Mitverantwortung lernen. Beteiligung, im Sinne des Erlebens von Demokratie, wird dabei nicht vorrangig verstanden als Hineinwachsen in das politische System, sondern als alltäglich praktizierte Mitsprache und Mitbestimmung, als Alltagsdemokratie. Mitreden, Mitmachen, Mitplanen und Mitbestimmen sind die Stufen dieses demokratischen Prozesses. Kinder und Jugendliche, die sich selbst als aktiv gestaltend erfahren, werden sich auch als Erwachsene eher an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligen. Mädchen und Jungen, die vielfältige Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten in ihrer unmittelbaren und weiteren Umwelt haben und die Demokratie positiv erfahren, haben das notwendige Verständnis für das Gemeinwesen.

Kinder und Jugendliche stecken dabei mit ihrer kreativen Lösungskompetenz an. Sie beleben demokratische Meinungsbildungsprozesse, suchen die ehrliche Auseinandersetzung, lassen sich nicht mit Ausreden abspeisen, wollen Rückmeldungen auf ihre Ideen und Vorschläge. Erwachsene sollten sich die Gestaltungslust, das schöpferische Potential, die Kommunikationsbereitschaft und den oft erstaunlichen Realitätsbezug der jungen Generation nicht entgehen lassen.