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Trabantenstadt- ''Neustadt''

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Veröffentlicht am Sonntag 24 August 2003 13:50:57 von pawel
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scripting.gifHalle/Saale, von 1948 bis 1952 Landeshauptstadt des zeitweise bestehenden Landes Sachsen-Anhalt, entwickelte sich nach der Länderreform 1952 als Hauptstadt des neugeschaffenen DDR-Bezirks Halle zum Zentrum der Chemieindustrie. Wohnungsnot, Fortschrittsdenken und die günstige Lage zu den wachsenden Chemiebetrieben Leuna und Buna veranlasste die DDR schließlich, Planungen wieder aufzunehmen, die in früheren Jahrzehnten bereits angedacht waren, jedoch wegen des komplizierten Baugrundes und der hohen Erschließungskosten verworfen wurden.
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Bereits in den 20er Jahre suchte das wachsende Halle nach geeigneten Flächen für eine Expansion mit einer größere Neubausiedlung. Am 15. Juli 1964 (bezeichnender Weise wurde im gleichen Jahr die traditionellen Salzförderung, die ökonomische und ideologische Grundlage des alten Halle, eingestellt) war es dann soweit: Horst Sindermann, Kandidat des Politbüros des ZK der SED, den Grundstein für eine Neubausiedlung im Westen Halles. Daher hieß die Siedlung zunächst Halle-West.
Ein ehrgeiziges Projekt war begonnen. Doch Visionen wie der Bau einer Straßenbahn oder gar einer U-Bahn (auch das wurde diskutiert, in Zeiten, als der Kommunismus noch das ferne Wunderland war, in dem der schöpferische Mensch alles möglich macht) wurden aus Gründen eines sich an der Motorisierung labenden Zeitgeist und den enormen Kosten schnell verworfen.
Doch aus der Neubausiedlung Halle-West wurde bald auch das Vorzeigeobjekt einer sozialistischen Stadt, die Chemiearbeiterstadt Halle-Neustadt. Erklärtes Ziel war, Halle-Neustadt zur eigenständigen Stadt mit eigenem Rathaus zu machen, und schließlich mit der Ansiedlung von 100.000 Menschen zur Großstadt zu machen. Halle-Neustadt war eine eigene Stadt, mit eigener Bürgermeisterin (Liane Lang), eigenem Rathaus (lange befand es sich in einem 5-Geschosser, später entstand ein richtiges Rathaus) und eigenem Stadtwappen. Trotzdem die SED die zahlreichen Studenten, die in den so genannten Hochhaus-Scheiben A bis E (Stadtzentrum) wohnten, großzügig in die Einwohnerbilanz hineinrechnete, scheiterte die Stadt Mitte der 80er Jahre an der 100.000-Mann-Marke. Bei rund 94.000 Einwohnern nahm die Zahl der Einwohner stetig wieder ab.