WABI: Neues Projekt
Am Donnerstag wurde im Nachbarschaftszentrum „Pusteblume“ in Halle-Neustadt ein neues Projekt vorgestellt, welches die Prokjektziele in Bezug auf Wohnen, Arbeit , Bildung und Integration zu einem wunderschönen (und unerwarteten) Projektnamen zusammenfasst. Projektträger ist die Soziale Stadt- und Landentwicklungsgesellschaft mbH, die auch Träger des Quartiersmanagement in Halle-Neustadt ist. Die Projektseite stellt die Teilprojekte noch etwas detaillierter vor.
Das ambitionierteste Ziel besteht in der Gründung einer Stadtteilgenossenschaft bis Oktober 2012. Diese soll als Dienstleister und Akteur neue wirtschaftliche Impulse in das Stadtgebiet bringen. Nun ist prinzipiell die Gründung einer Genossenschaft keine schlechte Idee, zumal mit den gesetzlichen Veränderungen Ende 2006 kleine Genossenschaften von einem erheblichen bürokratischen Aufwand entbunden wurden.
Durch die Veränderungen ist die Mindestmitgliederzahl von sieben auf drei abgesenkt worden . Genossenschaften mit bis zu 20 Mitgliedern können seitdem auf den Aufsichtsrat verzichten. Besonders wichtig für die vielen kleineren Genossenschaften ist die Befreiung von der Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses bei Genossenschaften mit einer Bilanzsumme bis einer Million Euro oder mit Umsatzerlösen bis zwei Millionen Euro. Ferner wurde die Rechtsform der Genossenschaft auch für soziale oder kulturelle Zwecke geöffnet. Damit ist die Genossenschaft durchaus eine Alternative zum eingetragenen Verein, da in dem konkreten Fall eine wirtschaftliche Tätigkeit ausdrücklich angestrebt wird.
Das Unbehagen kommt ganz automatisch, wenn man den Marktführer unter den Suchmaschinen bemüht und viele verwaiste Internetseiten von Stadtteilgenossenschaften findet, die offensichtlich nach ihrer Förderzeit nicht mehr weitergeführt wurden. Ob die Genossenschaften trotzdem noch "leben" entzieht sich natürlich meiner Kenntnis.
Die anderen Teilprojekte sind teilweise in anderen Bezügen bereits erprobt und Schaden nichts. Ob sich durch die Vernetzung eine höhere Nachhaltigkeit ergeben wird, muss man im Projektverlauf sehen.
Gespannt bin ich auch auf die fachkundigen Träger, die potentiellen Selbstständigen von der Idee zum Buisnessplan verhelfen. Ob mit Reiner Lemoine, Klaus Lellé, Klaus J. Kühn schon die ersten Kenner angesprochen worden sind?

